Händler, seid ihr bereit für die mobile Revolution?

Ein neuer Satz Herausforderungen für Einzelhändler in der Ära des mobilen Internets

Laut einer Untersuchung des Pew Research Center nutzen nahezu 30 % aller erwachsenen Smartphone-Besitzer ihr Gerät, um Produktinformationen einzuholen oder Preise zu vergleichen. Comscores Bericht „UK Digital Future in Focus“ sieht im mobilen Handel Wachstumsraten, die typischerweise doppelt bis dreifach so hoch sind wie die Wachstumsraten im internetbasierten Handel. Weiterhin wird aufgeführt, dass vergangenes Jahr bereits 20 % aller Smartphone-Besitzer in England Waren oder Dienstleistungen mit Hilfe ihres Smartphones gekauft haben.

Dies stellt eine stetig wachsende Bedrohung für Ladengeschäfte dar und zwingt sie dazu, ihre Strategie zu überdenken, um Kunden anzulocken, den Verkauf sowie die Konversionsrate zu fördern und Loyalität gegenüber ihrem Geschäft zu erreichen. Gleichzeitig bringt dieses Anwachsen der mobilen Nutzung und weitere Innovationen aber auch die Gelegenheit, das Einkaufserlebnis neu zu gestalten und mit Hilfe von mobilen Anwendungen und Daten wieder eine persönliche Note in das Kauferlebnis im Laden zurückzubringen. Viele Marken bieten bereits eigene mobile Applikationen an, die es den Kunden erlauben, ihren Einkauf im Voraus zu planen, oder die Kunden bei der Navigation innerhalb des Ladengeschäftes unterstützen. Auch virtuelle Bonuskarten oder die Versorgung mit Produktinformationen sowie Informationen über aktuelle Sonderangebote und Rabattaktionen sind gang und gäbe.

Qualität und Zuverlässigkeit der mobile Anwendung sind kritische Erfolgsfaktoren

Die Herausforderung für Ladengeschäfte liegt darin, das mobile Einlauferlebnis so zu gestalten, dass es dem Kunden seine Zeit und sein Geld wert ist. Da der Einkauf im Internet immer verlässlicher wird, dürfen die Betreiber von Ladengeschäften Ihre Kunden nicht mit unzuverlässigen und langsamen mobilen Apps enttäuschen. Dies stellt in Kombination mit der Vielfalt an mobilen Endgeräten sowie schwankenden Netzwerkbedingungen eine große Herausforderung dar. Bereits heute müssen allein von den Hauptanbietern hunderte verschiedene Geräte mit dutzenden von Betriebssystemversionen unterstützt werden. Weiterhin gibt es eine unbestimmbare Anzahl an Netzwerkbedingungen, welche die Gefahr bergen, dass das mobile Erleben zu einem wahren Alptraum wird. Zählt man zu diesen Herausforderungen noch die immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen hinzu – es ist nicht ungewöhnlich, wenn alle paar Wochen eine neue Version einer Anwendung veröffentlicht wird –, fängt man an, die Bedeutung und Komplexität des Testens von mobilen Anwendungen zu sehen.

Die mobile Testlandschaft

Manuelles Testen in ein ungeeigneter Ausgangspunkt für mobile Anwendungen. Dies gilt insbesondere für direkt sichtbare Anwendungen, bei denen der erste Eindruck entscheidend ist, um eine Anwenderbindung zu erzielen.

Manuelles Testen ist langsam und verursacht hohe Kosten, die exponentiell mit der Anzahl der zu testenden Geräte ansteigen. Die Automatisierung des Tests sollte somit von Händlern die höchste Priorität erhalten, wobei darauf zu achten ist, die Automatisierungslösung zu nutzen, die am besten zu den eigenen Anforderungen passt.

Ein neuer Satz an Anforderungen für den Test mobiler Applikationen

Nachstellen des mobilen Erlebnisses

Die Interaktion mit einem echten Gerät ist unabdinglich, um das echte Anwendererlebnis nachzuvollziehen. Dies beruht auf der Komplexität, die aus der Steuerung mit MultiTouch und Gesten resultiert.

Schnelles Erstellen von Tests

Entwickler und Tester müssen in der Lage sein, relevante und robuste Tests zu schreiben, sobald eine neue Funktionalität innerhalb der Anwendung implementiert wurde. Traditionelles Skripten ist zu langsam. Eine graphische Benutzeroberfläche in Verbindung mit einer intuitiven „Drag and Drop“Programmiersprache hingegen erlaubt es, mit der hohen Geschwindigkeit der Entwicklung Schritt zu halten.

Verlässliche Tests

Optische Zeichenerkennung (OCR – Optical Character Recognition) hat sich in den vergangenen Jahren als sehr ineffektiv für den Test mobiler Anwendungen herausgestellt. Somit ist der Test aus der Anwendung selbst heraus die vorzuziehende Option. Sie erlaubt es Entwicklern und Testern, beim Erstellen von Tests auf eine sehr stabile und deutlich weniger dynamische Objekthierarchie zurückzugreifen und ermöglicht zudem sehr intelligente Wartezyklen, um mit der Varianz des Antwortverhaltens des Backends umzugehen.

Permanente Rückmeldung an die Entwickler

Entwickler müssen heute in der Lage sein, potentielle Probleme umgehend nach Fertigstellung eines neues Features zu beheben. Sie wollen unmittelbar nach Erstellung des Codes die Anwendung erzeugen und auf so vielen Geräten wie nötig installieren, ihr Regressionstestset durchführen um innerhalb von Minuten und nicht Stunden oder Tagen die Ergebnisse erhalten.

Leistungsfähigkeit Die Sicherstellung der hohen Leistungsfähigkeit und des korrekten Verhaltens, auch unter schwierigen Netzwerkbedingungen, ist ein kritischer Erfolgsfaktor. Eine Plattform für den Test mobiler Applikationen muss daher in der Lage sein, realistische Netzwerkbedingungen in Bezug auf die Datenrate und Verbindungsqualität zu simulieren, um den Einfluss dieser Faktoren auf die Anwendung zu verstehen. Fazit Ladenbetreiber bringen heute Innovation zurück in ihre Geschäfte, um gegen den Onlinehandel konkurrieren zu können. Mobile Anwendungen bilden dabei einen Ersatz für Kundenkarten, Coupons und Kassen und sind vor allem ein Schlüsselelement, um den Kunden zurück in den Laden zu locken. Die Kunden werden ihnen jedoch keine zweite Chance einräumen, wenn ihnen kein neues, intuitives und verlässliches Einkaufserlebnis geboten wird. Der Test von mobilen Anwendungen sollte bis zum Kern dieser Initiativen vordringen. Die beim Test eingesetzte Werkzeugunterstützung muss dabei alle neuen Herausforderungen der mobilen Welt berücksichtigen, wie beispielsweise die Vielzahl an Endgeräten, die komplexe Steuerung mit Gesten und Multi-Touch, kurze Entwicklungszyklen, stetige Rückmeldung an die Entwickler sowie die Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit einer App.

Über den Autor Chris Addis

Chris Addis ist Vizepräsident und Geschäftsführer von SOASTA in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Er hat mittlerweile 18 Jahre Erfahrung in der Technologiebranche mit Fokus auf Vertrieb und Führung von Start-ups und globalen Unternehmen. Vor seinem Wechsel zu SOASTA hielt führende Vertriebspositionen in bekannten IT-Unternehmen inne, zum Beispiel Rightscale, Gomez (heute ein Teil von Compuware), S1, SAP und IBM.

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