Übrigens …

Kolumne von Tanja Schmitz-Remberg und Werner Lieblang

Es war ein regnerischer Abend. Draußen wehte ein stürmischer Wind, drinnen aber lag der aromatische Duft von Assam-Tee in der Luft. Jack kam heim von einem anstrengenden Tag im Büro, wo er als Software-Entwickler arbeitete. Seine gute Freundin Lisa, mit der er sich eine Wohnung teilte, machte sich gerade einen Tee.

Lisa: Hallo Jack, Du siehst aus, als brauchtest du auch eine Tasse Tee – wie war dein Tag?

Jack: Puh – also Andrea, eine neue Entwicklerin, kam heute zu mir ins Team. Jeder war nett und freundlich zu ihr und wir haben versucht, all ihre Fragen zu beantworten. Sie ist sehr clever, ich denke, sie hat gleich gemerkt, dass unser Team ein ganz besonderes ist.

Lisa: Und deswegen konntest du deine Arbeit nicht machen? Was hat sie denn so gefragt?

Jack: Naja, das Übliche halt: “Wann fangt ihr morgens an zu arbeiten?“, „Welches Konfigurations-Management-System nutzt ihr?”, „Wo gibt’s hier Kaffee?” und so weiter.

Lisa: Wer im Team kümmert sich denn um sie?

Jack: Niemand. Sie muss selbst ihren Weg ins Team finden, das mussten wir alle. Hoffentlich lebt sie sich besser ein als Brian, der letzte Neue, der ins Team kam. Der hatte wirklich Probleme und brauchte mehrere Monate, bis er schließlich mit uns anderen zurechtkam. Naja, werden wir abwarten müssen – da kann man nicht viel machen.

Lisa reichte Jack eine Tasse Tee und schaute ihn an.

Lisa: Glaubst du nicht, dass ihr hier alle in der Verantwortung seid?

Jack: Ach komm, wir sind doch nicht ihre Eltern – so machen wir es immer mit neuen Teammitgliedern. Wie war dein Tag?

Lisa: Nichts Besonderes in der Klinik – nur die üblichen Bekloppten mit ihren Problemen. Übrigens, ich habe bei Charly in der Bäckerei Brot gekauft. Du musst es probieren.

Jack: Wieso, ist es anders?

Lisa: Hoffentlich. Nachdem ich Charly gesagt hatte, dass sein Brot recht salzig ist, hat er das Rezept angepasst. Wir probieren daher jetzt das neue Brot – und er möchte unbedingt unsere Meinung dazu hören.

Jack probierte das Brot. Es war tatsächlich deutlich besser. Er trank einen kleinen Schluck Tee, lächelte Lisa zu und schaute aus dem Fenster. Der Regen hatte aufgehört. Er nahm einen weiteren Bissen vom Brot und überlegte, wie Andrea sich wohl ins Team einleben würde.

 

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